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SpookyLABS - Schreibwettbewerb
Dieses Thema wurde von Scaddy erstellt - 24. Oktober 2017
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Jiuka Benutzer
Erstellt: 1. November 2017 von Jiuka
#21
Ich habe mich dann auch mal daran versucht, es ist ein bisschen lang geworden, deshalb musste ich es in zwei Posts aufteilen, ich hoffe das ist kein Problem.


Teil 1

"Mist!", einen leisen Fluch aussprechend klickte Herr Bergmann mit der Maus auf dem Bildschirm herum. Es brachte nichts, das Programm hatte sich aufgehängt. Seufzend schloss er es. Gut, dass er Auto-Save aktiviert hatte, so war wahrscheinlich nicht allzu viel verloren gegangen. Er startete das Programm neu. Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass es weit nach drei Uhr nachts war.

Er fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht. Wenn er arbeitete, vergaß er so gut wie jedes Mal die Zeit.

Eine Fehlermeldung leuchtete auf. Scheinbar wollte das Schnittprogramm heute mal wieder Ärger machen. Er schloss es und startete es erneut. Wieder eine Fehlermeldung. Er seufzte. So würde er nie fertig werden!

Er versuchte es noch einmal. Wieder nichts! Hoffentlich würde es reichen den PC neu zu starten. Er sah auf die Uhr. 4:32. Eigentlich sollte er ins Bett. Vielleicht war das momentan die beste Option. Gähnend begann HerrBergmann die im Hintergrund laufenden Anwendungen zu schließen. Als er, das aus irgendwelchen Gründen im Hintergrund laufende, Minecraft schließen wollte, stockte er.

Warum um alles in der Welt leuchtete ihm da seine Serverliste entgegen? Und warum war der Bergwerklabs-Server online? Sollte der nicht offline sein?

Allerdings war auch ein Spieler online, vielleicht war einer der Devs gerade dabei etwas zu testen. Er überlegte kurz, dann entschloss er sich mal auf dem Server vorbeizuschauen. Schaden konnte es ja nicht.

Als er auf den Server jointe, bemerkte er, dass irgendetwas nicht stimmte. Es war Nacht, aber irgendwie war es düsterer als sonst. Er konnte kaum etwas erkennen. Nicht ein einziger Stern war zu sehen. Stattdessen war der Himmel mit dunklen Wolken bedeckt. Das Enviroment-System tat seinen Dienst, denn er hatte das Gefühl, als würde ein heftiger Sturm an ihm zerren, so laut war das Geräusch des Windes in seinen Ohren. Aber es war ja nur Minecraft. Erst jetzt bemerkte er, dass er nicht einmal am eigentlich Spawn der Insel stand, sondern sich an ihrem höchsten Punkt, auf dem höchsten der drei Berge, befand. Wahrscheinlich ein Bug. Er würde die Devs fragen, was es damit auf sich hatte.

"Willkommen, Herr Bergmann", begrüßte ihn eine tiefe Stimme. Der HerrBergmann wich einige Schritte zurück und sah sich zu allen Seiten um.Aber da war niemand. Spielte man ihm etwa einen Streich? Woher kam überhaupt die Stimme? Er konnte sich nicht erinnern an diesem Tag auf einem TS- oder Discordserver gewesen zu sein. Oder war das jetzt Teil des Enviroment-Systems?

"Es freut mich, dass du endlich hierher gefunden hast. Gefällt sie dir?"

"Was? Was soll mir gefallen?", fragte der Server-Admin verwirrt. Ihm kam das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte.

"Diese Welt. Hast du es noch nicht bemerkt? Das hier ist nicht mehr dein altbekannter Server. Nein, das ist hier ist viel.." er machte eine dramatische Pause. "lebensechter, nicht wahr?"

Tatsächlich musste er feststellen, dass er nicht mehr vor seinem PC saß, sondern sich scheinbar wirklich in dieser Welt befand. Statt seiner eigenen Kleidung trug er nun auch die gewohnte rote Weste seines Minecraft-Charakters. Das musste ein Traum sein! Er kniff sich in den Arm. Er spürte den Schmerz, aber er wachte nicht auf.

Kein Traum?! Wie war das möglich?! Er sah sich um. Nein, er musste träumen, das konnte nicht real sein!

"Was ist das denn bitteschön für eine kranke Scheiße?! Was hast du getan? Du hast doch irgendwas damit zu tun", wollte er wissen.

"Ich? Nichts. Du warst es, der zu mir gekommen ist. Du hättest nicht auf diesen Server joinen sollen", antwortete die Stimme nur.

"Das hier, nun im Grunde ist es Bergwerklabs, aber du wirst es wohl kaum wiedererkennen. Ihr hättet den Server dicht machen sollen, als ihr noch die Möglichkeit dazu hattet. Aber so hatte ich Zeit, genug Zeit um Kräfte zu sammeln und heute, an Halloween, zuzuschlagen. Ein hübsches Datum für einen ausgefeilten Plan, nicht war mein Lieber?"
" Was für ein Plan?!", fragte HerrBergmann verwirrt und mit dem immer größer werdenden Gefühl, dass hier etwas ganz gewaltig nicht in Ordnung war. Er hoffte, dass das einfach nur ein dummer Scherz von jemanden aus dem Team war. Das ergab alles keinen Sinn.

"Normalerweise lege ich meine Pläne ja nicht sehr gerne offen, aber du wirst ohnehin nicht mehr die Möglichkeit haben, sie irgendwem zu verraten.

Man könnte mich als eine Art Bug, nein, eher ein Feature bezeichnen. Wie war das nochmal? "It's not a bug, it's a feature"? Mich gibt es schon seit es Minecraft gibt .Ich bin gefangen in diesen Welten, auf diesem Server. Herobrine ist dir sicherlich ein Begriff, nicht wahr? Nun im Grunde, hast du hier auf dem Server dasselbe. Nur bin ich um einiges mächtiger als er. Ich habe mich aus den Fesseln befreit, die mir auferlegt wurden, habe alles bezwungen, was mir im Weg stand. Ich habe mich gewehrt, ich bin zu etwas Größerem, etwas Mächtigerem geworden! Wie du siehst, oder wohl eher nicht siehst, bin ich nicht einmal mehr an eine Gestalt gebunden"

In HerrBergmanns Kopf überschlugen sich die Gedanken. Was wollte der Typ? Herobrine? Das war doch eigentlich nur ein Mythos, ein Spielfehler. Der Kerl hatte doch gewaltig einen an der Waffel.

"Und was für Fesseln sollen das bitte gewesen sein? Wir sind hier in Minecraft. Herobrine ist nichts weiter als eine dumme Gruselgeschichte!", unterbrach er den anderen.

"Und in jeder Geschichte steckt ein Funken Wahrheit. Du willst wissen, was für Fesseln mich gefangen hielten? Ich sage es dir: Dein Team, die Spieler auf dem Server, ihr, die ihr all das hier aufrecht erhalten habt. Aber es hat euch kein Glück gebracht" Die Stimme kicherte. "Sie sind alle tot, Herr Bergmann. Und sie warten. Warten darauf, dass du zu ihnen stößt!"

Er spürte, wie seine Beine anfingen zu zittern. Nein, das hier war nur Minecraft, versuchte er sich einzureden. Auch wenn es gerade so real anfühlte, aber das hier konnte unmöglich die Realität sein. Trotzdem sah alles so echt aus. Der Wind trug den süßlichen Geruch von Verwesung heran. Ihm wurde übel. Sollte das hier tatsächlich echt sein?! Aber welcher Mensch brachte so viele Unschuldige um?!

"Du Monster!", entfuhr es ihm.

"Ich habe nur getan, was notwendig war! Ihre ganze Freude, ihr Spaß, der Zusammenhalt der Community, er hat mich krank gemacht, mich geschwächt. Jetzt ist damit Schluss. Jetzt haben sie dafür bezahlt. Genau wie dein treues Serverteam. Jeder, der in irgendeiner Weise mein Gefängnis, das du deinen Server nennst, aufrecht erhalten hat, hat seinen gerechten Lohn erhalten. Bis auf einen. Du bist der letzte, der noch übrig ist. Das letzte bisschen, das mich noch an diesen Ort bindet. Davon abhält in diese wunderbare Welt nach draußen zu gehen und endlich frei zu sein. Du bist der Serverowner, derjenige, der für all das hier verantwortlich ist. Mit deinem Tod wird auch der Server unwiderruflich vernichtet sein. Und keiner wird mir mehr Einhalt gebieten können!"

Ungläubig hatte Herr Bergmann den Worten gelauscht. Sie schien von überall herzukommen. Er presste sich die Hände auf die Ohren, aber er hörte sie immer noch. Was passierte hier gerade? War das wirklich real? Aber es fühlte sich so real an. Er spürte den kalten Wind an seinen Klamotten reißen, hört ihn um den Berg pfeifen, roch die salzige Meeresluft. Wie konnte es nicht real sein?! Aber es konnte nicht real sein, er wollte das einfach nicht glauben. Warum passierte das?! Er hatte das Gefühl, als würde alles in ihm gefrieren, als ihn die Wahrheit wie ein Schlag traf. Das war alles real. Wut kochte in ihm hoch, löste die eisige Kälte ab und ließ ihn wieder sprechen:
"Du kranker Bastard! Warum- Warum zur Hölle hast du das getan? Hast du sie wirklich alle umgebracht?! Warum tust du sowas?! Du bist widerwärtig, Abschaum, wie kann man so etwas nur tun?" Er wollte weg. Einfach nur weg, von dieser Stimme, weg von diesem Anblick. Vorsichtig kletterte er hinunter, lief los, den Berg hinab. Er stolperte, stand auf, lief weiter. Nur weg von hier. Die Stimme verfolgte ihn weiter, es war, als stünde sie direkt hinter ihm. Er schüttelte den Kopf. Dann bremste er, beinahe wäre er einen steilen Abhang hinunter gerutscht. Vorsichtig tastete er sich in der Dunkelheit voran.

"Nanana, nicht ausfallend werden. Ich bestimme jetzt deine Realität, du solltest dich in Acht nehmen. Mein Plan ist fast vollbracht, du kannst nichts mehr daran ändern"
krisibvb und Scaddy gefällt das.
Jiuka Benutzer
Erstellt: 1. November 2017 von Jiuka
#22
Teil 2

Herr Bergmann stolperte und landete im Sand. Er war an den Rand der Insel angekommen. Sollte er schwimmen? Aber wohin? Das Wasser kam ihm plötzlich merkwürdig vor. Als würde sein tiefstes Inneres ihm raten sich ihm nicht zu nähern, als würde etwas unglaublich Böses und Gefährliches in dem Wasser hausen und nur darauf warten zuzuschlagen. Er wich zurück, wieder zurück in den Dschungel. Er lief weiter. Kam auf dem Weg, der um die Insel führte und folgte ihm.

"Rache, mein lieber HerrBergmann, ist eine feine Sache. Und außerdem musste ich erst alle Schutzwälle durchbrechen, bevor ich zum entscheidenden Mittelpunkt, dem Herzens dieses Servers kommen konnte. Du wirst der Schlüssel zu meiner Freiheit sein"

"Nein, das lasse ich nicht zu!", entfuhr es HerrBergmann. Er war am Rathaus angekommen. Vielleicht konnte er mit der Yacht von der Insel weg. Er lief über die losen Dielen des Steges auf das Schiff zu. Plötzlich hörte er Schritte hinter sich.

Als er sich umdrehte, sah er einen Schatten, der unaufhaltsam auf ihn zu kam. Er rannte weiter, dann stoppte er. Der Steg war zu Ende. Vor ihm lag die Yacht, allerdings würde er schwimmen müssen, um dorthin zu kommen. Aber irgendetwas hielt ihn davon ab ins Wasser zu gehen. Der Mond kam hinter einer Wolke hervor und erst jetzt bemerkte er, dass es die Farbe von Blut zu haben schien.

Dann sah er den ersten Körper vorbeitreiben. Er erkannte ihn. Es war Herul. Der Senior-Entwickler trieb tot im blutroten Wasser. Etwas weiter weg trieb ein weiteres Teammitglied mit dem Kopf nach unten. Je mehr er sich umsah, desto mehr erkannte er. Um ihn herum trieb sein totes Team im Wasser.
"Na, Herr Bergmann, Angst mit deinen Freunden schwimmen zu gehen?!", die Gestalt lachte höhnisch.

Herr Bergmann antwortete nicht. Sein Team, tot, vernichtet. Er erinnerte sich an lange Abende im TS, an die Teamsitzungen, an kleine Kabeleien unter Freunden. Er spürte, wie seine Augen feucht wurden.

"Weißt du, Herr Bergmann, wenn ihr den Server damals geschlossen hättet, wäre das hier alles nicht passiert! Ich wäre niemals entkommen. Niemals so mächtig geworden. So gesehen seid ihr selbst schuld, dass es soweit kommen musste" Er kam bedrohlich näher.

"Die ganzen Jahre, die ganzen Lags und Bugs, die ich in den Code gestreut habe, um den Server zu schwächen, um die Gemeinschaft zu zerstören, indem ich Hackern eine Lücke lasse. Aber stattdessen habt ihr die Fehler immer wieder ausgebessert, die Spieleranzahl sogar erhört. Und trotzdem, jetzt, schlussendlich habe ich doch mein Ziel erreicht. Jetzt, wo keiner hier ist, dessen Freude mich stören könnte, jetzt kann ich endlich meine wahre Macht entfesseln. Ich werde mich endlich aus diesem Gefängnis befreien und du bist der Schlüssel, die Wurzel allen Übels, die ich ziehen muss um endlich frei zu sein"

Er kam näher. Herr Bergmann wich zurück.

"Es war ein harter Weg dorthin, aber ich habe mich endlich aus dem Spinnennetz ,in dem ich gefangen war, befreit. Habe alle Querstreben gekappt, die tragenden Fäden zerschnitten. Das einzige, was jetzt noch übrig ist, ist die Spinne. Zappelnd liegt sie vor mir am Boden, ich könnte sie laufen lassen, aber dann würde sie sich aufraffen, ein neues Netz spinnen und ich wäre wieder gefangen. Also ist es am besten die Spinne selbst zu zertreten, bevor sie verschwindet und ein neues Netz baut"

"Nein! Lass mich in Frieden du kranker Bastard!" Ohne, dass er es aufhalten konnte, liefen Tränen über sein Gesicht. Er war verzweifelt, er konnte nicht entkommen, keiner konnte ihm helfen und er hatte selbst keinem zu Hilfe kommen können.

Der andere legte den Kopf schief.

"Dafür ist es jetzt zu spät. Wäre doch ohnehin schade, wenn ihr Tod umsonst gewesen wäre", er zückte ein Messer.
"Keine Sorge, es wird nur kurz wehtun!"

Herr Bergmann wich zurück, hinter ihm war nur noch das blutrote Wasser mit den Leichen. Er konnte nicht weiter. Er wollte nicht weiter. Wo sollte er hin? Seine Knie gaben nach. Er sank zu Boden. Die Gestalt baute sich vor ihm auf.
"Lass mich in Frieden, ich bitte dich"

"Ich dachte, wir hätten das geklärt, Herr Bergmann, ich gebe dir deinen Frieden und er wird ewig währen!" Dann stieß er zu.


Schreiend schreckte Herr Bergmann hoch. Er saß an seinem PC. An seinen Wangen konnte er noch die Tränen spüren. Hatte er tatsächlich geweint? Puh, was für ein schrecklicher Traum. Er fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht und wischte die Tränen weg.

"Alles nur ein Traum", sagte er zu sich selbst. Dann sah er den Schriftzug auf dem Bildschirm.

"You died!" Stand dort in blutroten Buchstaben. Plötzlich wurde der Bildschirm schwarz. Der PC war abgestürzt. Gruselig. Er versuchte ihn neu zu starten. Nichts, er reagierte nicht. Na super. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. In seinem Kopf blitzte das Bild der toten Teammitglieder auf. Nein, das war nur ein Traum gewesen. Unheimlich war er trotzdem. Er hatte das Gefühl immer noch den kalten Wind auf seiner Haut zu spüren. Irgendwo hier musste ein Fenster offen sein. Er stand auf um es zu schließen. Dann sah er ihn. Den Schatten. Langsam und unaufhaltsam ging dieser auf ihn zu, ein blutiges Messer in der Hand. Und dieses Mal war es garantiert kein Traum.

"Denkst du wirklich, dass es damit zu Ende sei? Nein, jetzt wo ich endlich frei bin, wird es Zeit für meine Rache. Du siehst, ich werde dich also zweimal töten müssen"

"Nein", hauchte Herr Bergmann, tastete nach seinem Handy. Es war nicht da. Das Licht flackerte und ging aus. Im Dunkeln hörte er nur ein leises Wispern:

"Zeit zu sterben, lieber Herr Bergmann"
Kawitus Benutzer
Erstellt: 1. November 2017 von Kawitus
#23
Die verfluchte Insel

„Los Kathy, beeile dich!“, rief es von unten. „Eine Minute noch“, sagte ich genervt als mein Zwillingsbruder Jeremy die Tür öffnete. Ich stand gerade vor dem Spiegel und flechtete meine blonden, langen Haare. Als Jerry zu mir hinüber schaute verdrehte er die Augen: „Wir haben Ma gesagt, dass wir sie pünktlich, wenn sie Feierabend macht, abholen!“ Ich ließ mich von ihm nicht von ihm nicht aus der Ruhe bringen. Schließlich musste er nicht die Knoten aus meinen Haaren entfernen, die entstanden, wenn ich mit offenen Haaren baden ging.

Als ich wenige Augenblicke später fertig war, schnappte ich meine Tasche, die auf meinem Bett lag und ging Jerry hinterher nach unten. Ich schnappte mir meine Sonnenbrille von dem Tresen in der Küche und ging zu meinem Pa ins Wohnzimmer, um mich zu verabschieden. „Tschüss Pa“, flüsterte ich ihm ins Ohr als ich ihn kurz von hinten umarmte. Er drehte sich um. „Viel Spaß euch und passt auf euch auf!“ Ich lächelte ihn kurz an, sah mich noch einmal in dem Wohnzimmer unserer gemütlichen Hütte, die direkt am Strand stand um und ging rannte dann Jerry hinterher, der schon los in Richtung des großen Stegs gegangen war. Als wir das Haus verließen war Pa schon wieder in sein Drehbuch für seinen neuen Film vertieft.

Er war ein berühmter Regisseur und hatte ein eigenes erfolgreiches Filmstudio namens Troublecat. Der Name kam von meiner großen Schwester. Sie hatte unseren vor kurzem verstorbenen Kater immer so genannt, weil er immer alles durcheinander gebracht hat. Der Name sollte aber eine Erinnerung an sie sein, weil sie verschwunden ist. Sie war da gerade mal 17 gewesen und Jerry und ich 11. Es war so schrecklich gewesen, weil wir einfach nichts wussten. Sie hat bei Ma im Hotel sich als Zimmerservice etwas Geld verdienen wollen und ist nach ihrer Arbeit nicht wieder nach Hause gekommen. In der selben Woche verschwand auch ein Hotelgast. Obwohl es schon fünf Jahre her ist, vermisse ich sie immer noch wie am ersten Tag. Sie war ein so fröhliches Mädchen gewesen und war immer für jeden von uns anderen vier da gewesen.



„Halloh?!“, rief Jerry, der neben mir lief, klatschte und zog mich aus den Gedanken. „Oh, ‘tschuldigung, was hast du gesagt?“, fragte ich noch leicht verwirrt. „Ich habe gefragt, ob wir Ma noch auf ein Eis einladen wollen“, wiederholte er und musterte mich. „Ja, gerne!“, antwortete ich und wir gingen etwas schneller weiter.

Als wir auf Höhe des Stegs angekommen waren, gingen wir nach rechts in ein Hotel. In dem Hotel begrüßten wir Frau Gessler freundlich und sie grüßte zurück. Sie arbeitete an der Rezeption des Inselhotels. Wir gingen hinter die Theke der Rezeption und betraten den Raum dahinter, in dem Ma an einem Schreibtisch saß. „Hej Ma, wollen wir los gehen?“, fragte Jerry. Ma stand von ihrem Stuhl auf rief freudig: „Ja, ich habe schon auf euch gewartet“ Jerry guckt mich kurz vielsagend an und ich entschuldigte mich bei Ma: „Tut mir leid, ich habe die Zeit vergessen“ Ich sah beschämt zum Boden, da ich es hasse, Fehler zu machen. Ma schnappte ihre Tasche und ihren Schlüssel vom Tisch und sagte nur: „Ist doch egal, kommt jetzt!“ Das ließ mich wieder lächeln und ich folgte Ma und Jerry aus dem Büro hinaus. Als wir das Hotel verließen rief uns Frau Gessler noch einmal hinterher: „Auf wiedersehen, Frau Bergström, Jeremy und Katharina! Einen schönen Nachmittag euch!“ Wir drehten uns alle drei um und bedankten uns.

Dann gingen wir schnell hinaus und so schnell wie möglich in Richtung der Schaukel. Dort wollten wir uns gerade niederlassen als Mas Handy klingelte. Sie verdrehte die Augen und ging ran. Jerry und ich beobachteten sie, weil wir wissen wollten, was war. „Und das schafft ihr wirklich nicht alleine?“, hörten wir sie sagen. „Mh...ja..klar. Dann bis gleich!“ Sie legte auf und kam auf uns zu. „Es tut mir unendlich leid, aber ich muss zurück ins Hotel. Es ist gerade der Mann angekommen, der unser Hotel bewerten soll. Eigentlich wollte er erst in einer Woche kommen“, erklärte sie, doch Jerry unterbrach sie: „Kein Problem Ma, wir können es auch noch wann anders machen. Dann gehen wir heute einfach in die Berge!“ Ma sah uns kurz unsicher an, aber sagte dann: „Okay, aber passt auf euch auf! Und geht nicht zu weit weg!“ Sie hatte Angst um uns. Wie eigentlich immer. „Wir passen schon auf! Wir sind schließlich auch zu zweit und waren schon oft auf der Insel unterwegs und so groß ist sie ja auch nicht..“, versicherte Jerry. Ich nickte ihm energisch zu. Ma säufzte, verabschiedete sich von uns und ging in Richtung Hotel. Ich guckte Jerry einmal an und überlegte dann laut: „Vielleicht könnte man ja mal hinter dem Hotel hoch gehen. Dort waren wir noch nicht – warum eigentlich?“ „Oh ja“, sagte Jerry mit Vorfreude und wir machten uns auf den Weg. Zuerst gingen wir noch auf dem Pfad, auf dem uns auch Touristen entgegen kamen, später aber bogen wir links ein und kämpften uns durch das Gestriep der Bäume und Büche bergauf.



„Wie weit wollen wir denn noch laufen?“, fragte ich und schob einen Ast zur Seite. Jerry war schon einige Meter vorauf gegangen und ich sah nur noch Teile seines bunten Shirts zwischen dem grün heraus blitzen. Einige Zeit später hörte ich ihn rufen: „WOW, komm schnell, das musst du dir anstehen!“ Ich rannte, soweit es meine Kräfte noch erlaubten die letzten paar Meter in die Richtung, aus der die Rufe kamen, schob wiedermals einen Ast zur Seite und – wow. Es sah einfach wunderschön aus! Es war ein See in einer Art Höhle. Das Wasser war glasklar und es sprudelte ein kleiner Wasserfall hinunter. Außenrum wuchsen wunderschöne Rosen und Lilien. Das waren die Lieblingsblumen meiner Schwester gewesen. Doch wo war Jerry? Er hatte doch von hier gerufen. „JERRY?“, schrie ich , „WO BIST DU?“ Keine Antwort. Ich war genervt. „Lass doch das alberne Versteckspiel! Das ist doch jetzt echt nicht nötig!“ Ich fing an ihn zu Suchen, doch fand ihn nicht. Er war nicht im Wasser, dass hätte man gesehen und ohne Laute hätte er sich nicht von dieser schönen Lichtung entfernen können, weil das Buschwerk zu gefüllt war. Ich bekam Panik und schrie wieder „JEREMY TIM BERGMANN, SAG MIR JETZT SOFORT, WO DU BIST?!“ Es kam keine Antwort. Ich begann aus Angst zu weinen und schrie weiter seinen Namen. Ich hatte so Angst um ihn. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. Ich ließ mich in das Gras fallen. Ich schrie und schrie und schreckte kurz auf, als ich beim abstützten in etwas Gummihaftes griff.

Ich zog meine Hand sofort weg und hörte einen Schrei hinter dem Wasserfall. Dabei schrak ich zusammen und vergaß den Gegenstand. Komplett überfordert mit der Situation stand ich auf. Erst jetzt realisierte ich, dass es dunkel geworden war. Noch ein Schrei – Jerry musste dort drin gequält werden. Ohne darüber nachzudenken sprang ich ins Wasser, dass sich auf einmal blutrot färbte. Doch das war mir jetzt egal. Hinter dem Wasserfall musste eine Höhle sein. Ich sah von dort ein Licht. So schnell es ging schwamm ich durch den See und unter dem Wasserfall hindurch. Das Wasser vom Wasserfall war noch so klar… Als ich auf der anderen Seite angekommen war stemmte ich mich auf Steine und sah, wie von hier Blut in den Wasserfall floss. Wieder ein Schrei. Er war besser zu hören als die anderen Male.

Ich rannte hinein. Doch was dann passierte war unfassbar. Dort lag jemand. Ich rannt zu der Person und schrak zurück. Es war keine Person. Es war ein Skelett. In der Rechten Hand hielt es ein Messer. Das Messer war Blutüberströmt. Ich bekam einen Tropfen von der Decke ab und fasste mir an die Schulter, wo der Tropfen war. Es war kein Wasser, wie erwartet. Es war Blut. Unsicher schaute ich nach oben. Mir stoppe der Atem. Über mir hing eine Leiche. Die Leiche meines Bruders. Aber nicht einfach so. Über mir hing sein Körper – ohne Kopf. Ein Schauer lief mir den Rücken hinunter. Ich fing wieder an zu schreien und zu weinen. „NEIN, DAS KANN NICHT SEIN! NEIN“ Ich wollte an der Leiche ziehen und sie nach Hause bringen, doch gerade als ich meine Hand anlegte, hörte ich hinter mir Schritte. Ich drehte mich um, ohne den toten Körper meines Bruders los zu lassen.

Was ich sah war einfach nur unwirklich. Wie aus einem Horrorfilm. Es war ein Mann. Er hatte fettige, lange Haare, trug schwarze Kleidung, die voll mit Blut war und hatte ein Messer in der Hand. Er kam näher auf mich zu mit einem gemeinen Lächeln im Gesicht und „AHHHHHH“
Liomus gefällt das.
krisibvb
Forenmoderator
Erstellt: 3. November 2017 von krisibvb
#24
Auswertung

Vielen Dank euch allen fürs Mitmachen!
Wir hatten alle sehr viel Spaß, die tollen Geschichten zu lesen und es war gar nicht so einfach einen Gewinner zu ermitteln.
Aber wir haben es geschafft.
Herzlichen Glückwunsch an die kreativsten Köpfchen unter euch!
1. Platz: DerChriis
2. Platz: Craftkey, Jiuka, Kurowetti
3. Platz: LostRindex


Ihr bekommt dann, wenn es soweit ist, einen Beta-Zugang für bergwerkLABS.
Wir melden uns bei euch! :)

An alle anderen, Kawitus, Allgameslove, Ranncraft, Jaysaina, hochmotiviert, luxibox, BlockerToGo, black_butterfly, Fabii_letsplay:
Seid nicht traurig, auch eure Storys waren schaurig schön!
Und es wird sicher bald ein neues Gewinnspiel folgen!

Skytz, Jiuka, Kurowetti und 4 anderen gefällt das.
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